Die kriPo (kritische Politik an der Universität Zürich) stellt sich vehement gegen die Angriffe auf das Hochschulwesen. Der Umwandlung zu einem neoliberalen Universitätskonzept, zu dem nur die Reichsten Zugang haben, wird erneut forciert.
Nachdem die Bologna-Reform in den letzten Jahren das Arbeiten neben dem Studium erschwert hat, läutet nun Regierungsrätin Regine Aeppli (SP) die nächste Runde hin zu einer starken sozialen Selektion ein. In einer Politik der kleinen Schritte erhöht sie konsequent die Studiengebühren. Als erstes wurde die Einschreibegebühr der Universität Zürich von 50 auf 100 Franken verdoppelt. Danach traf es die Medizinstudierenden. Sie müssen in ihrem Praxis-Jahr den normalen Betrag (720 Franken pro Semester) der Studiengebühren bezahlen, obwohl sie in dieser Zeit die Universität gar nicht besuchen. Als nächstes die Studierenden aus dem Ausland: Sie bezahlen seit letztem Jahr ganze 1000 Franken mehr pro Jahr! Und nun soll der Universitätsrat am Montag den 5. März eine Erhöhung der Studiengebühren von mindestens 160 Franken pro Jahr gutheissen.
Regine Aeppli übt sich in neoliberaler Politik
Regierungsrätin Regine Aeppli (SP) nimmt in diesem Prozess des Angriffs auf freie Bildung und Chancengleichheit eine zentrale Rolle ein. Sie unterstützt die Erhöhung nicht nur, sondern sie übt sich in Versteck- und Kommunikationsspielen mit Studierenden und Medien. Die Widersprüche in ihren Aussagen machen sie unglaubwürdig und entlarven sie als unprofessionell, undemokratisch und neoliberal. Bei der Erhöhung der Gebühren an den Fachhochschulen sagte sie, dass diese aus Fairness gegenüber den Uni-Studierenden geschehe. Die erneuten Erhöhungen, diesmal soll die Teuerung schuld sein, zeigt jedoch dass es sich hier um eine Erhöhung in Raten handelt um den Widerstand möglichst gering zu halten.
Aeppli hat das informelle Treffen mit Vertretern der Studierendenverbände nur eine Woche vor der Unirats-Sitzung gehalten und versucht, die Erhöhung ohne Wissen der breiten Studierendenschaft durchzusetzen. Sie ist besorgter um mögliche Demonstrationen, als um die Existenz eines guten Bildungswesens. Aeppli behauptet zudem, sie wolle mit einer „kleinen“ Erhöhung den bürgerlichen den Wind aus den Segeln nehmen. 160 Franken sind eine ziemlich willkommene Böe für das bürgerliche Schiff.
Studieren darf kein Privileg sein!
Die Vision der kriPo ist ein freies, dem Menschen und der ganzen Gesellschaft verpflichtetes
Bildungswesen! Jeder soll ein Recht auf Bildung haben. Studiengebühren tragen zum Ausschluss eines grossen Teils der Bevölkerung bei. Somit verurteilen wir geplante, wie auch bereits beschlossene Gebührenerhöhungen an den Universitäten und den Fachhochschulen klar.
Geschrieben von Alessandro und Fabian